3 Dinge, die Niederländer anders machen

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Letzte Woche war es mal wieder soweit. Zusammen mit Christian Fictoor, unserem Partner-Unternehmer aus der Region Twente, Niederlande, betreuen wir die Facebookseite des Weihnachtsmarktes Bochum für die niederländische Zielgruppe. Bei unserer Redaktionskonferenz sprachen wir über mögliche Bilder. Nun gehört zum Bochumer Weihnachtsmarkt auch ein tolles Angebot für Kinder - darunter ein Märchenwald. Für Christian war schnell klar: Hier brauchen wir Bilder von lachenden Kindern in diesem Wald. "Nunja", mussten wir ihn bremsen. Denn das ist in Deutschland nicht so ganz einfach. Bei solchen Bildern brauchen wir eine schriftliche Einverständnis-Erklärung der Eltern. Christian schaute einen Augenblick lang ungläubig. Dann enttäuscht. "Wirklich?" In Sachen Datenschutz und Privatssphäre in sozialen Netzwerken liegen deutsche und niederländische User manchmal recht weit auseinander.

Worin sich die Kommunikationsarbeit und Arbeitswelt in den Niederlanden noch unterscheidet? Hier 3 Merkmale. 

1. Die Niederländer sind offen für neue Konsumformen. Amsterdam wird auch die "Sharing City Europas" genannt. So ist die Stadt beispielsweise die erste Stadt weltweit, die Regulierungen für Airbnb erlassen hat. Demnach darf das Unternehmen weiter frei operieren, solange Touristen-Steuern gezahlt und Gastgeber ihre Wohnungen nicht mehr als 60 Tage vermieten. Einer Studie zufolge fühlen sich die Amsteradammer eng mit dem Thema verbunden: 84 Prozent sind bereit sich in der Sharing Economy einzubringen.

2. Sie sind "always on". Die Niederländer sind konstant auf den vorderen Plätzen von Social-Media-Nutzungs-Ranglisten. Für neue Apps und Social Media Kanäle sind die Niederlande darum auch ein beliebter Markt für Launches und Testläufe. Auch auf Facebook beobachten wir oft eine viel höhere Bereitschaft für Engagement, wenn es zum Beispiel darum geht, an Gewinnspielen teilzunehmen, Bilder zu teilen, Freunde zu markieren und so weiter. Im allgemeinen sind Niederländer wenig besorgt darum, ihre Daten freizugeben oder zu teilen. Das Thema Datenschutz wird deutlich lockerer genommen. 

3. In den Niederlanden spielt Hierarchie eine geringere Rolle als in Deutschland. Hierarchie wird eher funktional angesehen. Sie verdeutlicht zwar die Rollenverteilung und erleichtert die betriebsinterne Kommunikation, aber "der Dienstweg" ist kein Dogma und der Chef ist nicht „mehr wert“ als seine Mitarbeiter. Er ist ein Kollege, der für andere Dinge verantwortlich ist. So sind sich auch Regierungsvertreter nicht zu schade, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Doch Vorsicht! Das bedeutet nicht, dass es keine Hierarchien gibt. Denn auch der niederländische Chef erwartet, dass jeder seine Arbeit erledigt und auch wenn Dinge gerne offen und sehr direkt ausdiskutiert werden, möchte nicht jeder Chef mit jedem Mitarbeiter jeden Arbeitsauftrag ausdiskutieren.